Meilensteine der RSH POLYMERE GmbH
1958 Spaldingstraße, Hamburg-Berliner Tor
Gründung der Werner Draak KG durch Werner und Walter Draak als Mahlbetrieb für Kunststoffabfälle.
Vermahlen wurden die verschiedensten gebrauchten Kunststoffteile, wie z.B. Kleiderbügel, Knöpfe und Plastikeimer, etc.
Ein Großteil der Kunststoffabfälle wurde mit dem un-ternehmenseigenen LKW der Marke Tempo Matador im Großraum Hamburg und dem näheren Umland eingesammelt und nach erfolgter Verarbeitung wieder ausgeliefert.
Die erste Mühle war eine Eigenkonstruktion Werner Draaks, für die er sich lediglich das Getriebe und den Rotor zugekauft hatte.
Aus Platzgründen musste man sich bereits Ende 1959 frühzeitig nach größeren Räumlichkeiten umsehen.
1960 Horner Landstraße - Hamburg-Billstedt
Anfang 1960 wurde eine stillgelegte Margarine-Fabrik in Billstedt angemietet. Bevor jedoch der Einzug möglich war, mussten zunächst die räumlichen Voraussetzungen für einen Kunststoff-Mahlbetrieb geschaffen werden. Wie zu dieser Zeit üblich, wurden alle erforderlichen Umbaumaßnahmen (Teilentkernung, Einzug von Zwischendecken mit Stahlträgern und Verlegen von Holzdielen) noch mit den eigenen Händen und in Eigenregie durchgeführt.
Die Vielfalt der angenommenen Kunststoffteile wurde inzwischen auf Kühlschrankinneneinsätze aus Polystyrol, Werbeflächen aus Plexiglas (Leuchtreklame) sowie ausgediente Hula-Hup-Reifen ausgeweitet.
Die produzierten Mahlgüter sind zu einem großen Teil nach Hongkong und Marokko exportiert worden. In Hongkong wurden daraus bereits Kunststoff-Blumen,
-Zierfrüchte und -Taschenlampen gemacht. In Marokko wurden dagegen Gürtelschnallen und Knöpfe für die Bekleidungsindustrie hergestellt.
Schon damals galt das Motto:
„Von Billstedt (als Mahlgut) nach Hongkong sowie Marokko und zurück nach Billstedt (in Form von Gebrauchsgütern aus Kunststoff)“.
Obwohl die Betriebsstätte anfangs mehr Platz bot als eigentlich nötig war, stapelten sich nur wenige Jahre später die mit Mahlgut gefüllten Säcke und Behälter erneut bis zu den Hallendecken. Folglich plante die Familie Draak zu diesem Zeitpunkt bereits die zweite Betriebsvergrößerung innerhalb kürzester Zeit.
1962 Kirchgellersen, bei Lüneburg
Es erfolgte der Umzug nach Kirchgellersen am Rande von Lüneburg. Als neue Betriebsstätte diente der Familie Draak eine alte Molkerei, die ausreichend Platz für einen Kunststoffmahlbetrieb und für die zukünftigen Pläne der Familie geboten hat. Sämtliche erforderlichen Umbauten wurden auch zu diesem Zeitpunkt selbst durchgeführt.
In Kirchgellersen wurde schließlich der erste Extruder der Marke Führer aufgestellt. Der dazugehörige Granulator wurde von Werner Draak selber entwickelt und war der erste der nicht mit Messern sondern mit einer Fräswalze granulierte.
Leider gab es zu dieser Zeit noch keine Kunststoff-Mischer. Zum Zwecke der Vormischung der Mahlgüter wurden zunächst ca. 1-2 t auf einer sauberen Bodenfläche ausgekippt, anschließend mit Schaufeln händisch gut vermengt und dann in Säcke abgefüllt. Danach wurden die Säcke zum Extruder getragen und dort per Hand über einem Befülltrichter (Materialaufgabe) wieder entleert.
Das fertige Granulat wurde ebenfalls von Hand auf dem firmeneigenen LKW verladen. Gestapelt und gut verzurrt wurde die Ware von Werner und Günter über Nacht zu Kunden (z.B. in Lüdenscheid oder Bremen) selber ausgeliefert und dabei gleichzeitig auch wieder unvermahlene Ware zurückgeholt. Nicht selten dienten bei den Fahrten die Säcke mit dem noch warmen Granulat als Ruhestätte für kurze, aber erholsame Pausen.
1964 Vierhöfener Straße, Garstedt (am Rande der Lüneburger Heide)
Mit der Inbetriebnahme des Werkes Garstedt, das als ehemaliger Weidenhof von dem bekannten Tabakhersteller Reemtsma zuerst gepachtet und später abgekauft wurde, ist der Grundstein für die Regranulierung und Agglomerierung von Kunststoffabfällen gefestigt worden. Von nun an standen u.a. zum Zwecke der Vormischung der Mahlgüter auch technische Hilfsmittel wie z.B. Stapler und Mischsilos zur Verfügung.
Die Palette der angenommenen Kunststoff-Produktionsabfälle umfasste fast alle der in den sechziger Jahren vorhandenen Kunststoff-Sorten.
Die Produktion war an fünf Tagen in der Woche aktiv. Heutzutage laufen die Maschinen 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen in der Woche.
Der Hauptteil der produzierten Regranulate wurde mit unternehmenseigenen LKW´s an die verschiedensten kunststoffverarbeitenden Firmen im In- und Ausland geliefert. Heute werden für diesen Zweck ausschließlich die Dienste von professionellen Spediteuren beansprucht.
1985 ist mit der Errichtung der Hauptproduktionshalle, in der ein Großteil der bestehenden Produktionsabteilungen zusammengeführt wurde, ein weiterer wichtiger Meilenstein des Unternehmens gelegt worden. Die Halle existiert auch heute noch in gleicher Funktion für die RSH POLYMERE GmbH.
1991 bis heute RSH POLYMERE GmbH
Mit dem Schwerpunkt auf Handel von Kunststoffgranulaten, haben Renate, Swen und Helmut Draak 1991 die RSH POLYMERE GmbH gegründet. Mit Swen Draak ist seitdem bereits die 3. Generation der Unternehmer-Familie Draak in der Kunststoffbranche aktiv.
Nach der Etablierung des Handelsbereichs wurde 1997 am neu geschaffenen Standort Hamburg-Harburg (Sitz der heutigen Zentrale) auch mit der Produktion von Regranulaten und mit der Vermahlung von Kunststoffabfällen begonnen. Mit der Integration der geschäftlichen Aktivitäten des KWD* als weitere Produktionseinheit, hat die RSH im Jahre 2003 ihre Produktionskapazität verdreifachen können. Seitdem bilden der Handel und die Produktion die tragenden Säulen des Unternehmens.
Aus dem stetigen Bemühen heraus die Entsorgung der Kunden zu optimieren, wurde z.B. 2006 das Werk Bomlitz im Industrie-Park-Walsrode erbaut, mit dem vorrangig die Entsorgung eines RSH-Großkunden nachhaltig verbessert werden konnte.
Durch das stetige Wachstum der RSH musste, neben der Nutzung dezentraler Läger in Deutschland, noch zusätzlich Lagerkapazität geschaffen werden. Aus diesem Grunde wurde das Werk Stelle, Ashausen, in Betrieb genommen.
Aufbauend auf dem jahrzehntelang erarbeiteten Know-How in der Kunststoffverarbeitung und dem konsequenten Wachstum der RSH, wurde 2009 mit dem Einstieg in die Compoundierung ein weiterer wichtiger Meilenstein des Unternehmens gelegt.
* = Kunststoffwerk W. Draak, Garstedt







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